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Die "Neue Westfälische" vom 18.4.2018:

Die Daktiker treffen den Nerv des Brakeler Publikums
Lehrer-Kabarett nimmt den Schulalltag aufs Korn

von Helga Krooß

Brakel. Wenn die Bühne sich kurzerhand in ein Lehrerzimmer verwandelt und mit bissiger Ironie, Wortwitz, schrillen Dialogen der Finger in die Wunden des Schulalltags gelegt wird, dann ist „daktiker“-Zeit.

„G 8, 9 aus! Das Adolphinum schlägt zurück“ war das Programm überschrieben, mit dem das Lehrer-Quartett aus Lippstadt in der gut besuchten Aula der Gesamtschule in Brakel regelrecht gefeiert wurde.

Und es ist ein wahrer Genuss, wenn Andreas Boxhammer, Brigitte Lämbgen, Hermann Josef Skut-nik und Hans-Peter Königs schulpolitische Themen wie Integration, Inklusion, die digitale Zukunft und im Besonderen die mögliche Umstellung auf G 9 herrlich überzogen auf den Punkt bringen – das alles mit viel Wiedererkennungswert. Immer wieder präsentierte sich das Quartett in neuen Rollen, karikierte die Charaktere vortrefflich mit Mimik, Gestik und Sprache. So erlebte das Publikum stoische Schulaufsichts-

beamte der Bezirksregierung, kommissarische Schulleiter, die kostengünstig verheizt werden, nervige Schüler, einen nörgelnden Hausmeister, aber auch Eltern, die großen Wert darauf legen, dass ihr Sprössling doch bis mindestens 17 Uhr in der Schule bleibt, um zu Hause nicht zu stressen. Darüber hinaus muss sich das Kollegium mit neuen Technologien wie Beamer, Elmo (Dokumentenkamera) und Smartboard abplagen.

Ohne den Schüler Maik aus der 8, den alle nur IT nennen, wäre Frau Lengowski (Brigitte Lämbgen) aufgeschmissen. Sehr amüsant auch der Anschauungsunterricht mit dem ehemaligen Schulleiter Dr. Bass (Hermann Josef Skutnik), der den Schülern auf ganz eigene Weise den Bau der Berliner Mauer erläuterte. Familien aus bildungsfernen Schichten waren ebenfalls ein Thema. Oberstudienrat Krick (Hans-Peter Königs), ein Verfechter der alten Schule, nutzte nur allzu gerne die Gelegenheit, ihnen beim Elternabend

verbal zuzusetzen: „Wenn sie sich anstrengen, haben ihre Kinder vielleicht auch mal eine Chance“. Auch das föderale Bildungssystem in Deutschland bekam sein Fett weg. „Wir sind 16 Länder, machen’s uns bequem, wir haben zig Arten Schule, aber kein System, es wird getrickst und geschoben, gezankt und gekeilt, der ganze Laden ist total verpeilt“, verdeutlichten „die daktiker“ als Mafiosi verkleidet. Nicht nur schauspielerisch brachten die vier Kabarettisten eine Glanzleistung, auch musikalisch hatten sie einiges drauf und ließen sich in ihren Liedern – begleitet von Saxofon, Gitarre und Mundharmonika – ebenso genüsslich wie bissig über den Schulalltag aus.

Tosender Applaus war der Dank des Publikums für den amüsanten Abend mit kritischem Hintergrund. Eingeladen hatte das Berufskolleg Kreis Höxter in Brakel.

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